Der Architekt und sein Bild

  Der Architekt und sein Bild Urheberrecht: © Kunstgeschichte

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Beschreibung

Das Forschungsfeld beleuchtet den Umgang von Architekten mit Fotografien der eigenen Person, eigener Bauten und im Kontext von Entwurfsprozessen in all seinen Facetten. Während in der heutigen, digitalisierten Welt Fotografien massenhaft verbreitet werden und das einzelne Bild häufig kaum mehr wahrgenommen wird, sah dies zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch ganz anders aus. Mit der Etablierung der Fotografie als wichtigem Bestandteil von Zeitungen, Zeitschriften oder Büchern ging auch eine veränderte Nutzung durch die Architekten einher. Daher widmen wir uns in der Veranstaltung jener Generation von modernen Architekten, die in dieser Zeit des medialen Umbruchs am Anfang ihres Schaffens standen und die dieses neue Medium gezielt zur Selbstinszenierung einsetzten, wie zum Beispiel Ludwig Mies van der Rohe, Walter Gropius oder Erich Mendelsohn. Dabei gilt es unter anderem die Frage zu beantworten, warum Fotografien eines Gebäudes oder Porträts eines Architekten zu Ikonen werden, wer dafür verantwortlich ist und wem es nützt. Wie generiert sich die öffentliche Wahrnehmung eines Architekten? Was muss dafür getan werden und in wessen Verantwortung liegt das? Ist es der Architekt selber, der seinen eigenen Mythos erschafft oder erledigen das andere für ihn? Natürlich spielt auch die Frage eine Rolle, warum bestimmte Architekten heute nicht in die erste Riege der Moderne gezählt werden. Trifft dieses Schicksal nur Architekten, die sich explizit nicht mit Hilfe der Fotografie um ihr ‚Image’ oder die Verbreitung ihres Werkes kümmerten oder dies sogar vehement ablehnten? Oder auch jene, die sich durchaus der Fotografie als inszenatorisches Mittel bedienten, wie zum Beispiel Otto Bartning? Jene Generation von Architekten sah sich zudem durch die beiden Weltkriege gleich zweimal in ihrer Laufbahn mit massiven Einschnitten konfrontiert, was sich sowohl in ihrem Werk als auch in der Art der Außendarstellung widerspiegeln musste. Da sie ihre Bauten nicht ins Exil mitnehmen konnten, waren sie förmlich gezwungen, die Neupositionierung dort anhand von Fotografien zu betreiben. Es gilt also zu klären, wie sehr der weitere Erfolg dieser Architekten und damit auch ihre heutige Wahrnehmung von diesen Werbemaßnahmen in eigener Sache abhing.

 

Modul

Forschungsfeld
M. Sc. // jedes Semester

Termine

Donnerstags, 16:00 bis 17:30 Uhr, Online-Veranstaltung
Beginn: 05. November 2020

Aktuelle Situation

Aufgrund der aktuellen Situation werden alle Vorlesungen und Kurse digital abgehalten. Informationen über den genauen Ablauf erhalten Sie von Ihrem jeweiligen Dozenten. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie im entsprechenden moodle Raum angemeldet sind. Sollte dies nicht der Fall sein, wenden Sie sich bitte an unser Geschäftszimmer.

Begleitmaterial

Sie können in RWTHMoodle die dazugehörigen Vorlesungsinhalte für Nachbearbeitungszwecke herunterladen.